to top

Meine Antwort auf den Artikel “Vodoo und Vitamine” im Spiegel vom 13. September 2017

Vodoo und Vitamine

Heilpraktiker missbrauchen die seriöse Forschung an Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle. Teure Scheintherapien versprechen „neue Power“ und Heilung fast aller Gebrechen (aus Der Spiegel)
Von Veronika Hackenbroich
Der Spiegel 13.September 2017
——————————-
Nun hat es die Mitochondrien erwischt, „meine“ Mitochondrien. Veronika Hackenbroich geht in dem o.g. Artikel sehr kritisch mit der Mitochondrien-Therapie um. Als Arzt für Allgemeinmedizin, der seit ca. 2 Jahrzehnten die Rolle der Mitochondrien sehr intensiv studiert und auch eine große Bedeutung im Zusammenspiel des Zellstoffwechsels sieht, nehme ich mir das Recht heraus, auf diesen Artikel zu antworten.
Zuerst einmal möchte ich der Autorin von Herzen für diesen Artikel danken. Gar nicht wegen des Inhaltes, darüber kann man streiten, sondern alleine ob der Tatsache, dass sie das Thema „Mitochondrien“ für einen Artikel nutzt. Das freut mich sehr, denn ich bin mir sicher, dass es Menschen genau deshalb für die Thematik sensibilisieren wird, und das halte ich für sehr erfreulich.
Nun aber zum Artikel, der aus meiner Sicht sehr allgemein gehalten ist. Einige Sätze finde ich bemerkenswert. Zum Beispiel mag ich nicht erkennen, warum die Autorin behauptet: „Doch nun haben Alternativmediziner und Heilpraktiker die Mitochondrien für sich entdeckt. Sie behaupten, das zu können, wovon die Wissenschaft noch träumt: kurieren“. Ich wünsche von der Autorin, die Quelle der Behauptung über die Heilung von Krankheiten zu nennen. Wer sagt das? Wo steht das? Mir ist zumindest kein Therapeut bekannt, der dieses je behauptet hat (das ist dann in der Tat Scharlatanerei und Quacksalberei).
Wir Therapeuten, die die Mitochondrien für sich entdeckt haben, sind motiviert von dem Wunsch, Menschen, die sich uns als Patienten anvertrauen, bestmöglichst zu helfen. Wären die Mittel der klassischen Medizin immer erfolgreich, brauchen wir uns keine Gedanken um “Alternativen” zu machen. In der Regel ist es nicht das Geld, was uns antreibt, sondern als Therapeut/-in fühlt man sich dem Wohl der Patienten/-innen verpflichtet. Vielleicht ist es auch der Autorin entgangen, dass es seit zwei Jahrzehnten ein Therapeutennetzwerk gibt, welches seriös und wissenschaftlich fundiert das Thema Mitochondrien angehen.
Diese Therapeuten haben ganz bewusst selbst das „Heft in die Hand“ genommen, denn Kontakte zur klassischen Wissenschaft sind sehr schwierig aufzubauen. Spätestens wenn es um wirtschaftliche Interessen geht, scheitern alle naturheilkundlichen Ansätze, etabliert zu werden (im Gegenteil zur Schweiz: „Die Schweiz geht hier einen anderen Weg: Seit einer Volksabstimmung im Jahr 2009 sind Bund und Kantone dazu verpflichtet, die Komplementärmedizin in das Gesundheitssystem zu integrieren. Die Umsetzung läuft noch, doch seit dem 28. April 2015 gibt es den in allen Kantonen anerkannten und geschützten Titel „Naturheilpraktiker mit eidgenossischem Diplom“ in vier verschiedenen Fachrichtungen: Ayurveda-Medizin, Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Traditionelle Europäische Naturheilkunde (TEN)“ (aus: https://www.heilpraktiker-foren.de)
Aber auch zur Information an die Leser: die „Mitochondrien-Therapeuten“ haben in einer labordokumentierten 10-Jahres-Studie mit vielen Langzeitbehandlungen dieses in einem Buch dokumentiert, welches hier erhältlich ist:

Behandlungserfolge Cellsymbiosistherapie Band 1

Ich wünsche allen Lesern, dass sie sich selbst ein Bild von Alternativen machen, und dafür ist das Internet m.E. die beste Möglichkeit.

Gerne weise ich auch auf meine nicht-kommerziellen Seiten hin:

Webseite
Facebook
YouTube

Ich werde weiterhin die Informationen zur Verfügung stellen, die mir bekannt sind, und ich freue mich darauf, weiter Menschen für die Mitochondrien begeistern zu können.

Herzlichst

Dr. Rudolf Bolzius
c/o „Der Mitochondrien-Doktor“

PS: da ich selbst außerordentlich fasziniert von den Mitochondrien bin, schreibe ich gerade ein eBuch. Es ist schon alleine spannend, die evolutionsbiologische Herkunft der Mitochondrien und die damalige Bedingungen zu beschreiben, denn das ist schon ca. 2 Milliarden Jahre her!!!!! Und auch das Thema Energie (Mitochondrien werden ja als “Kraftwerke der Zellen” tituliert), aber das ist nur der biochemische Hintergrund, es gibt aber auch einen biophysikalischen!).
Melde Dich zum Newsletter an, und Du wirst rechtzeitig über das eBuch informiert.